DAS PRINZIP NUDGE IM ALLTAG

MÄNNER WOLLEN ZIELEN. Wenn in Pissoirs eine Fliege klebt (es kann auch ein Fussballtor sein), geht 85% weniger auf den Boden.

ANTI-LITTERING, DAS SPASS MACHT. In Braunschweig stehen 20 Mülltonnen, die lustige Geräusche machen, wenn man seinen Abfall hineinwirft (für einen kurzen ZDF-Beitrag hier klicken). Das Beispiel zeigt: Nicht der erhobene Zeigfinger ändert am effektivsten das Verhalten von Menschen, sondern eine gute Idee, die Spass macht.

EINE ILLUSION, DIE LEBEN RETTET. Auf dem Lake Shore Drive in Chicago hat man vor gefährlichen Kurven auf einmal das Gefühl, extrem schnell zu fahren – und bremst darum. Die Illusion entsteht durch Seitenstreifen, die in immer kürzer werdendem Abstand auf die Strasse gemalt wurden.

JE GRÜNER, DESTO BESSER. Der Wattson Energy Meter ändert je nach Energieverbrauch eines Haushalts die Farbe. Und führt dadurch zu einem bewussteren (sprich im Schnitt 20% geringeren) Stromverbrauch.

EINE IDEE, DIE BEWEGT. Treppensteigen ist gesund. Und doch nehmen wir ständig die Rolltreppe. Wie bringt man die Menschen dazu, ihren inneren Schweinehund zu überlisten? Mit diesem brillanten Nudge aus Schweden. (Hier zu einem kurzen Film.)

NIE MEHR VERSCHLAFEN. Der Wecker SnūzNLūz überweist jedes Mal, wenn man am Morgen nach dem Klingeln einfach die Schlummertaste drückt, via E-Banking Geld an jemanden, den man hasst. Also etwa an die SVP, wenn man SP wählt. (Leider erst ein Aprilscherz auf thinkgeek.com. Warum eigentlich? Wir würden SnūzNLūz sofort kaufen!)
Unser Kommunikationsprinzip Nudge.
Wir alle wissen: Salat und Früchte sind gesünder als Hamburger und Crèmeschnitten. Und doch landen letztere viel öfter auf unserem Teller. Wir sind nämlich nicht immer ein vernünftiger Mr. Spock, sondern häufig auch ein unvernünftiger Homer Simpson. Das heisst aber nicht, dass sich unser Verhalten nicht beeinflussen lässt. Ein Experiment der Cornell University zeigt: Hängt man in Kantinen Spiegel auf, greifen die Gäste viel öfter zu Salat und Früchten – sie sehen nämlich ihre überzähligen Pfunde.
Diese Spiegel nennen wir mit einem Ausdruck der US-Professoren Cass Sunstein (Harvard) und Richard Thaler (Chicago) einen «Nudge», einen freundschaftlichen Schubser. Was ist ein Nudge?
Ein Nudge nutzt Kreativität, um eine radikale Veränderung zu bewirken. Und gerade darum muss es auch in der Kommunikation gehen: Zu lange wurde der Fokus auf die blosse Erzielung von Aufmerksamkeit gelegt. Das Prinzip Nudge nutzt demgegenüber die Aufmerksamkeit zur Veränderung – Veränderung der Bekanntheit, des Wissens, der Einstellung und des Verhaltens.
Diese Veränderungs-Kreativität eines Nudge stellen wir doppelt sicher: Zum einen gibt es ein klar definiertes Vorgehen zur Nudge-Findung, wobei wir uns auf Erkenntnisse aus Behavioral Economics, Neurobiologie und Persuasionsforschung stützen. Zum andern evaluieren wir die Wirksamkeit eines Nudge mit der objektivsten Methode überhaupt: Durch die Zusammenarbeit mit Verhaltensökonomen haben wir Zugang zu einem Neuroscanner, der die Effizienz von Nudges dort misst, wo sie tatsächlich wirken müssen – in den Hirnen der Zielgruppe.
In unserer Arbeiten-Übersicht stellen wir Ihnen einige unserer Nudge-Cases vor. Have you been nudged? Gerne erzählen wir Ihnen mehr über die Kraft der sanften Schubser: 044 267 19 19.
Wir freuen uns auf das Gespräch mit Ihnen.
Unser Kommunikationsprinzip Nudge als Titelgeschichte im «Persönlich» vom Mai 2009
